So ab und an bin ich ja zwischen lachen und weinen. Zum Beispiel beim neuen Jugendmedienschutz. Während die Politik noch genauer verhandelt, wie genau dieser ominöse “Schutz” genau aussehen soll, bauen die ersten Anbieter von Blogs ihre Zelte ab.
Inhalt dieses Jugendmedienschutz-Gesetzes ist es u.a. die eigene Internetseite – egal ob Blog, Spieleseite oder Pornopage – mit einem Alterssiegel zu versehen, ähnlich wie diese Dinger, die schon auf den DVD-Covers nerven. Wer sich nicht daran hält, bekommt ein Bußgeld. Gültig wird das Ganze schon ab 2011, also schon relativ bald.
Der eigentliche Wahnsinn fällt einem eigentlich schon dann ins Auge, wenn man die geplanten Einschränkungen für jugendgefährdende Inhalte betrachtet: Einige Internetseiten dürften dann nur z.B. wie im Fernsehen zwischen 20 und 6 Uhr erreichbar sein. Alternativ ist eine Altersverifikation, z.B. über den Personalausweis, vorgesehen. Das macht das Surfen zur wahren Freude, wenn man bei Google gerade mal schnell zwei, drei Ergebnisseiten checken will und immer wieder die ewig lange Personummer eintippen darf.
Abgesehen von der Usability ist die komplette Veranstaltung auch extrem teuer für Webseitenbetreiber. Altersverifikation kostet Geld, die “Sendezeiten” technisch umzusetzen ist lachhaft (ja, es gibt tatsächlich verschiedene Zeitzonen auf dieser Erde!) und die Prüfgeschichte wird sicher auch nicht kostenlos vom Staat angeboten. Einfachste Lösung also: Ab ins Ausland mit der eigenen Webseite.
Ist eigentlich schon jemand auf den Drücker gekommen, dass der Jugendmedienschutz dafür da sein soll, Kinder und Jugendliche vor jugendgefährdenden Inhalten zu “schützen”? Und dass er erwachsene Menschen eigentlich gar nicht betreffen sollte?


